Die Organisation des Artillerieangriffs
Der Artillerieangriff wurde auf der Grundlage des Entschlusses des Korpskommandeurs und der Anordnungen des Chefs der Artillerie der Armee durchgeführt. Dabei wurden die Angaben über den Charakter der gegnerischen Verteidigung und die festgelegten Normen des Munitionsverbrauch berücksichtigt. Der Korpskommandeur stellte der Artillerie folgende H a u p t a u f g a b e die lebende Kraft des Gegners und sein Feuersystem am Westufer der Neiße niederhalten; das überwinden der Neiße und der Spree sichern; die Flanken des. Korps gegen etwaige Gegenangriffe der Panzer und Infanterie des Gegners zuverlässig sichern; die Artillerie- und Granatwerferbatterien des Gegners in den Räumen ostwärts der Höhe 134,7, Köbeln, Zschorno und südwestlich Pusack niederhalten; die Hauptkräfte des Korps gegen Schläge der gegnerischen. Luftwaffe sichern. Um die gestellten Aufgaben entsprechend dem Entschluß des Korpskommandeurs und der Divisionskommandeure zu erfüllen, wurde eine Artilleriegruppierung gebildet. Diese Artilleriegruppierung entsprach vollkommen den Bedingungen des bevorstehenden Angriffs. Im Hinblick darauf, daß das Korps in bewaldetem Gelände angreifen mußte, wurde die Masse der Artillerie den Schützenregimentern und Schützendivisionen zur Unterstützung und unmittelbaren Begleitung ihres Angriffs zugeteilt. Das Fehlen der Korpsartilleriegruppe wurde dadurch ausgeglichen, daß die gegnerische Artillerie zentralisiert, mit Kräften der Armee, bekämpft wurde; die gegnerischen Granatwerfer wurden von speziellen Untergruppen, di~ in den Divisionsartilleriegruppen gebildet wurden, bekämpft. Beginn des Überwindens der Neiße - 40 Minuten, und nach übersetzen der ersten Staffel auf das Westufer bis zum Beginn des Überganges zum Sturmangriff  45 Minuten. Nach der ersten Artillerievorbereitung wurden 60 Minuten Artillerieunterstützung für das gewaltsame überwinden der Neiße geplant. Der Plan der Artillerievorbereitung sah die Verbindung von kurzen, aber starken Feuerüberfällen mit methodischem Feuer vor. Die erste Artillerievorbereitung sollte mit einem Feuerüberfall der gesamten Artillerie von 10 Minuten auf Ziele in der HKL und der nächsten Tiefe der gegnerischen Verteidigung beginnen. Dadurch sollten der lebenden Kraft und den Feuermitteln des Gegners Verluste zugefügt und seine Truppenführung gelähmt werden. Weiter wurde methodisches Feuer von 25 Minuten geplant, das mit einem Feuerüberfall von 5 Minuten zu beenden war. Die Artillerieunterstützung des gewaltsamen Überwindens der Neiße sollte durch Niederhalten der Ziele mit methodischem Feuer von 50 Minuten erfolgen, das mit einem Feuerüberfall von 10 Minuten zu beenden war. Die zweite Artillerievorbereitung. bestand aus methodischem Feuer zum Niederhalten und Vernichten lebender Kraft und Feuermittel des Gegners in der unmittelbaren Tiefe seiner Verteidigung für eine Dauer von 35 Minuten. Die zweite sowie die erste Artillerievorbereitung wurde durch einen starken Feuerüberfall von 10 Minuten auf Stützpunkte des Gegners und die unmittelbare Tiefe der gegnerischen Verteidigung durchgeführt mit der Aufgabe, den Sturmangriff der übergesetzten Truppen der ersten Staffel vorzubereiten. Die Artillerieunterstützung des Sturmangriffs der Infanterie und Panzer und ihre Begleitung beim Kampf in der Tiefe' der gegnerischen Verteidigung wurden als aufeinander folgendes zusammengefaßtes Feuer (AZF.) geplant. Diese Methode wurde deshalb gewählt, weil eine Feuerwalze im bewaldeten Gelände wegen unzureichender Sicht nicht zweckmäßig. gewesen wäre. Eine wesentliche Besonderheit bei der Organisierung des Artillerieangriffs bestand darin, daß ein bedeutender Teil der Artillerie (bis zu 40 Geschützen auf einen Frontkilometer) für die Zeit. des gewaltsamen Überwindens der Neiße durch die erste Staffel des Korps, d. h. für die Periode der Artillerievorbereitung zum Schießen im direkten Richten, bestimmt worden war. In den folgenden Perioden des Artillerieangriffs wurde die Dichte der Geschütze zum Schießen im direkten Richten dadurch bedeutend erhöht, da die Regiments- und Divisionsartilleriegruppen im Verlaufe des Angriff hinter der Infanterie und den Panzern vorrücken mußten und zu eine großen Teil zum Schießen im direkten Richten eingesetzt wurden. Eine solche Lösung entsprach vollkommen den Kampfbedingungen im bewaldet. Gelände.
Der Durchbruch der gegnerischen Verteidigung
Ein Mangel bei der Planung des Artillerieangriffs bestand darin, daß die Perioden der Artillerieunterstützung des Sturmangriffs der Infanterie und Panzer und der Begleitung beim Kampf in der Tiefe der gegnerischen Verteidigung nicht im einzelnen geplant worden waren. In der Plantabelle wurde nur eine Artillerieunterstützung von 10 Minuten vorgesehen, die vollkommen unzureichend war. Für den ersten Angriffstag war die erforderliche Munitionsmenge freigegeben worden, welche aus nachstehender Tabelle ersichtlich ist.Die gesamte Munition wurde rechtzeitig und unmittelbar in die Feuerstellungen der Artillerie gebracht. In der Zeit vom 11. bis zum 14. April führten die Artilleriekommandeure die Aufklärung der gegnerischen Verteidigung und die Erkundung der Feuerstellungsräume durch. Während der gleichen Zeit wurden die B-Stellen bezogen und ausgebaut. Die Einschießgeschütze und -granatwerfer bezogen dem Tage vor Angriffsbeginn ihre Stellungen. Das Einschießen erfolgte streng nach einem Plan, der durch den Stab des Chefs der Artillerie des Korps ausgearbeitet worden war. Am Abend des 14. März hatte die gesamte Artillerie die Feuerstellungen bezogen und war zur Erfüllung der ihr gestellten Aufgaben feuerbereit.
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